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Vorbericht 23. Spieltag der Saison 2010/2011

 Hannover 96 - 1. FC Kaiserslautern
Vorbericht von Betzegeher

Nach kämpferischem Spiel gegen aufstrebende Hannoveraner
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Trotz Relegationsplatz neue Hoffnung  geschöpft

Nach einem starken Kampf und auch mit etwas Glück gelang dem 1.FC Kaiserslautern am vergangenen Samstag ein respektables 1:1 gegen den Tabellenführer und wahrscheinlich neuen Meister aus Dortmund. Natürlich war die Borussia über das ganze Spiel gesehen die bessere Mannschaft, aber den großen Abstand in der Tabelle hat man zu keinem Zeitpunkt der Partie gesehen. Trotz des nicht nur für das Punktekonto, sondern auch für den Kopf wichtigen Punktes, ist der FCK das erste Mal in dieser Saison auf den Relegationsplatz abgerutscht. Jedoch sollte die Leistung vom Samstag den Fans neue Hoffnung geben. Bis auf das Spiel in Duisburg waren auch die anderen Spiele nicht unbedingt in der Spielweise eines Absteigers gestaltet. Oft hat Glück, wie beim Pfostenschuss gegen Mainz, oder einfach Erfahrung, wie in Hoffenheim, gefehlt. Doch am Samstag wären ein Sieg und damit der erste Dreier der Rückrunde verdammt wichtig für die Elf von Marco Kurz.

Der Gegner der dies verhindern möchte, ist jedoch nicht irgendein Rivale. Vor der Saison galt Hannover 96 mit anderen Überraschungsteams wie Mainz oder Freiburg zu denen, die man eigentlich im unteren Drittel der Tabelle erwartet hätte. Doch was am Anfang nur nach einem guten Start aussah hat sich nach 22 Spieltagen zu einem Fakt entwickelt. Als der Verein aus der niedersächsischen Hauptstadt in der ersten Runde des DFB-Pokals im Elfmeterschießen beim SV Elversberg ausschied, erwarteten viele schon das Schlimmste für den Verein und Trainer Mirko Slomka. Doch „die Roten“ liefern eine super Leistung in der Liga und stehen momentan mit 38 Punkten und Platz 4 mehr als im Soll. Vor der Saison hätte jeder 38 Punkte zum Saisonende und den Klassenerhalt unterschrieben, doch jetzt hat der Verein sogar die Möglichkeit in der nächsten Saison europaweit zu spielen. Es ist bei einem Mannschaftssport nicht immer leicht einzelne Spieler herauszuheben, aber bei Hannover gibt es einen Mann, der für den Erfolg des Vereins steht. Didier „Dieter“ Ya Konan ist mit 11 Treffern einer der erfolgreichsten Stürmer in der Bundesliga. Neben dem Aufstieg in der Liga konnte er letzte Woche auch sein erstes Spiel für sein Heimatland bestreiten und traf auch gleich im ersten Spiel für die Elfenbeinküste. Doch auch andere Spieler, die in der letzten Horror-Saison fast die Bundesligatauglichkeit abgesprochen bekommen haben, sind wieder im Aufwind.

Aufsteigende Tendenz konnte man in den letzten Wochen auch bei Christian Tiffert erkennen. Der in der Vorrunde beste Vorbereiter der Liga hätte wohl lieber gar keine Winterpause gehabt und mit seiner tollen Form weiter gespielt. Doch auch so wie Srdjan Lakic konnte er in den ersten Spielen alles andere als überzeugen. Natürlich hielt Marco Kurz weiter an den beiden Spielern fest mit dem Wissen um ihre Qualität. Tiffert hat es mit einer guten Leistung gegen Dortmund zurückgezahlt. Es war nicht nur der großartige Weitschuss, der an die Latte ging, sondern u. a. auch das kluge Zuspiel auf Ilicevic, der an Weidenfeller nicht vorbeikam oder die Ecke, die zum späten 1:1-Ausgleich führte. Doch nicht nur fußballerisch sondern auch kämpferisch setzte Tiffert einige Ausrufezeichen im Mittelfeld.

Diese Steigerung erhofft man sich jetzt auch wieder bei Lakic. Der Top-Stürmer der Roten Teufel hat in der Rückrunde noch keinen Treffer in der Liga erzielen können. Auch viele seiner Aktionen am Samstag sahen sehr unglücklich aus und nicht wenige verbinden das mit seinem Wechsel nach Wolfsburg, der vor dem Heimspiel gegen Mainz verkündet wurde. Wenn wir schon von Wechsel reden: Jan Moravek, der von Schalke 04 ausgeliehene Torschütze zum 1:1, müsste nach dieser Saison zu seinem eigentlichen Arbeitgeber zurück. Doch wenn man sieht mit welcher Freude er für seinen aktuellen Verein spielt und auch wahrnimmt, wie wichtig er er für die Mannschaft sein kann, wünscht man sich doch, dass er auch die kommende Saison für den Pfälzer Traditionsverein spielen darf. Es wird wohl eine ähnliche Geschichte werden wie letztes Jahr mit Sidney Sam.

Doch bevor man sich mit der kommenden Saison beschäftigt, müssen erst mal die Ziele der aktuellen erreicht werden. Dies wird bei den Niedersachsen, bei denen der FCK in 18 Spielen nur 4 gewinnen konnte, eine sehr schwere Aufgabe. Auch schon früher hat man schlechte Erfahrung mit Hannover 96 gesammelt. In der Saison 1953/54 verlor man die Meisterschaft genau gegen diesen Gegner. Nach dieser Leistung wollten viele die fünf späteren Weltmeister aus Kaiserslautern gar nicht in die Schweiz zur WM schicken. Doch Sepp Herberger hielt an seinen Spielern fest und was am Ende dabei herauskam sollte jedem bekannt sein.

Autor: Betzegeher

Datum:
15.02.2011


 
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