Spielbericht
22. Spieltag der Saison 2010/2011
1. FC Kaiserslautern -
Borussia Dortmund 1:1 (0:0)
Spielbericht von
Hellraiser
Kämpfende Teufel trotzen Spitzenreiter einen Punkt ab – Der Mythos
lebt
Nach dem Spiel lag es in der Luft, ein Hauch Erinnerung an eine
längst vergangene Zeit.
Eine Zeit, in der die Gegner des FCK schon Tage vorher keine Lust
hatten, überhaupt nach Kaiserslautern zu reisen. Flutlichtspiele auf
dem Betzenberg, damals wohl genauso gefürchtet wie das legendäre
"Fritz-Walter-Wetter". Einst ein unerklärliches Phänomen, wie es dem
FCK gelang, ein ums anderes Mal ein Spiel in letzter Sekunde unter
den hell erleuchtenden Flutlichtmasten doch noch für sich zu
entscheiden.
Genau dieser Mythos war es, der den mitgereisten Fans des
Tabellenführers der Fußball-Bundesliga das Entsetzen wie eine Faust
ins Gesicht donnerte.
Die
Anhänger des BVB hatten im Vorfeld an einen lockeren Sieg geglaubt,
in diversen Internet-Foren wurde auf einen ähnlich hohen Gewinn wie
in der Hinrunde getippt.
Fast hätten sich diese schwarz-gelben Anhänger schon zu Beginn des
Spiels bestätigt gefühlt. Bereits nach vier Minuten die erste riesen
Chance für den BVB, doch der Schuss von Lucas Barrios fand „nur“ den
Weg an den Pfosten. Sofort war klar, dieses Spiel wird Nerven
kosten.
Nur
ein paar Minuten später "schäpperte" erneut das Aluminium. Dieses
mal auf der anderen Seite. Christian Tiffert zog mit einer Mischung
aus viel Mut und wohl vor allem sehr viel Wut, wegen der zuletzt
schlechten Leistung der Roten Teufel, aus ca. 30 Metern ab und
zimmerte das Leder gegen die Latte.
Nicht nur diese Torchance war schön anzusehen. Viel toller zu sehen
war, wie die Mannschaft des FCK den Kampf gegen den hoch
favorisierten Spitzenreiter annahm.
Es
entwickelte sich vor allem in der ersten Halbzeit ein richtig Klasse
Fußballspiel mit Chancen auf beiden Seiten. Zwar hatte der BVB die
besseren und vor allem gefährlicheren Chancen, doch die Abwehr der
"Roten Teufel" hielt stand.
Einer der Matchwinner dieses Abends hieß Jiri Bilek. Sei dem
Auswärtsspiel am 13.Spieltag in Nürnberg kam der 27 Jährige Tscheche
nicht mehr zum Einsatz, verdrängt von Bayer 04 Leihgabe Thanos
Petsos. Doch da dieser für den gesperrten Florian Dick als
Außenverteidiger eingesetzt wurde, bekam Bilek endlich wieder seine
Einsatzzeit, und machte ein Bombenspiel. Neben Kapitän Martin
Amedick war er wohl der Beste an diesem Abend in der Reihe der
Pfälzer.
Zur
Halbzeit blieb das Spiel torlos. Mit viel Kampf und Einsatz ging es
in der zweiten Halbzeit weiter. Zauberfußball konnte man an diesem
Abend sowieso nicht erwarten, einmal wieder machte der Zustand des
Rasens seinem Namen als "Kartoffelacker" alle Ehre.
So
blieb auch dem BVB nichts anderes übrig als über den Kampf zu
versuchen das Spiel an sich zu reißen. Doch je länger das Match
dauerte umso ideenloser schienen die Borussen zu werden.
In
der 81. Minute schien der BVB schließlich seiner Favoritenrolle
gerecht zu werden: Sven Bender erzielte die Führung und somit sein
erstes Saisontor (0:1).
Ironie: Ausgerechnet ein ehemaliger Spieler und Rohdiamant der
München Löwen brachte den Tabellenführer an diesem Abend gegen den
FCK in Führung. Doch der Jubel der zahlreich angereisten
gelb-schwarzen Anhänger währte nur kurz.
Denn nur vier Minuten später mussten die Borussen einen Rückschlag
verkraften.
BVB-Verteidiger Neven Subotic wurde nach wiederholtem Foulspiel mit
Gelb-Rot des Platzes verwiesen.
Dies läutete den Schlussspurt der Roten Teufel ein, der schließlich
in der 89. Spielminute seinen gerechten Lohn fand. Ausgerechnet in
Form der Schalke 04-Leihgabe Jan Moravek. Eine weitere Ironie des
Abends. Vorrausgegangen war ein Eckstoß von Christian Tiffert,
dessen Hereingabe per Kopf abgewehrt, den Weg zu Jan Moravek fand.
Dieser nahm den Ball in aller Ruhe an und hämmerte diesen unhaltbar
in die Maschen hinter BVB-Schlussmann Roman Weidenfeller.
Die
Anhänger der Roten Teufel feierten ein wohl verdientes 1:1 ihrer
Mannschaft gegen den
Tabellenführer. Einmal wieder bestätigte sich ein alter fast schon
Totgeglaubter Mythos:
Flutlichtspiele auf dem Betzenberg machen den FCK für den Gegner
doch noch unberechenbar.
So spielten sie:
FCK: Sippel – Petsos, Amedick, Rodnei, Jessen – Tiffert,
Bilek (84. Nemec) – Ilicevic, Moravek, Hlousek (62. Rivic, 86.
Hoffer) – Lakic
BVB: Weidenfeller - Piszczek, Subotic, Hummels, Schmelzer -
Bender, Sahin - Götze (86. Santana), Lewandowski (75. Zidan, 82. da
Silva)
Tore:
0:1 Bender (81.)
1:1 Moravek (90.)
Besondere Vorkommnisse:
Gelb-Rote Karte für Subotic wegen Foul an Lakic
Autor: Hellraiser
Datum: 14.02.2011 |